Bergmannsverein Erfurt e.V. Revier Lehesten

Die thüringischen Dachschiefervorkommen sind an das Thüringer Schiefergebirge gebunden. Sehr feinkörnige marine Tone, die vor mehr als 330 Mio. Jahren in Flachwasserbereichen des varistischen Geosynklimameeres abgelagert wurden, bilden das Ausgangsgestein. Die nachfolgenden weiteren Ablagerungen von Sedimenten und die Auffaltung des Gebirges erhöhten Druck und Temperatur auf das Gestein, so dass ein Gestein mit ausgeprägter Schichtung und Schieferung entstand, dessen ausgezeichnete Spaltbarkeit eine Nutzung als Dach- und Tafelschiefer ermöglichte.


Wirtschaftlich genutzt wurde das Hauptdachschieferlager des Unterkarbons, welches in der Region der Steinernen Heide zwischen den Tälern der Sormitz und der Loquitz sowie dem Rennsteig liegt.

Ersturkundlich wurde der Abbau des Dachschiefers 1499 erwähnt. Der Dachschieferabbau erlebte aber erst im 19. Jahrhundert einen ungeahnten Aufschwung. Durch das Verbot der Länder aus Brandschutzgründen die Dächer mit Stroh und Holzschindel zu decken, erzeugte dies eine große Nachfrage nach Schiefer als Bedachungsmaterial. Die Dachschieferproduktion deckte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fast die Hälfte des Bedarfs in Deutschland ab.
Der Abbau des Rohstoffes erfolgt zunächst im Tagebau. Erst nach dem Erreichen einer Teufe von 80 m ging man über, den Schiefer auch unter Tage abzubauen. Das Tagebaurestloch hat eine Längenausdehnung von rund 900 m und eine Breite von 350 m. Ab 1976 wurde Schiefer nur noch unter Tage auf vier Sohlen abgebaut. Bedingt durch die Tektonik untergliedert sich die Lagerstätte in vier Teile, die von einer Richtstrecke mit Querschlägen aufgeschlossen wurde. Beim Abbau des Schiefers entstanden Abbaukammern mit einer Grundfläche von bis zu 700 m2. Im Jahr 2000 erfolgte die Einstellung des Schieferabbaus unter Tage aus Rentabilitätsgründen.

Weitere Informationen über das Gewinnen des Dachschiefers und das Leben der Bergleute in Lehesten erhalten Sie bei einem Besuch des Schiefermuseums.

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