Bergmannsverein Erfurt e.V. "200. Geburtstag OTTO LUDWIG KRUG von NIDDA im Jahr 2010"

Biografie OTTO LUDWIG KRUG von NIDDA

OTTO LUDWIG KRUG von NIDDA entstammte einer Bergmannsfamilie, welche bereits einen höheren Beamten des Bergfachs zu den ihrigen zählte.

Geboren am 16. Dezember 1810 in Sangerhausen, Provinz Sachsen, erhielt NIDDA seine Gymnasialbildung zu Schulpforte bei Naumburg. In der Absicht die bergmännische Laufbahn zu ergreifen, wendete er sich 1828, wie es damals üblich war, zunächst der Praxis des Bergbaus auf den Kupferschiefergruben bei Eisleben zu und besuchte zugleich auch die Bergschule bis 1830. Nach der praktischen Lehre ging NIDDA 1831 an die Universität Berlin, um sich im Studium die erforderlichen theoretischen Kenntnisse für das Montanfach anzueignen.

Schon 1833 wurde dem hoffnungsvollen jungen Bergmann der ehrende Auftrag erteilt, die Schwefellagerstätten auf Island einer wissenschaftlichen und praktischen Untersuchung zu unterziehen. Er machte sich mit einer ausgedehnten Reise auf Island mit den geognostischen Verhältnissen dieser Insel vertraut. Die Studienergebnisse dienten ihm als Material, um mehrere darauf bezügliche Abhandlungen zu veröffentlichen. Nach seiner Rückkehr von Island widmete sich NIDDA 1834 als Bergeleve dem Staatsdienst. Er unternahm eine bergmännische Reise in das sächsische Erzgebirge und nach Schlesien, um dann 1835 im Bergamt Suhl in den praktischen Dienst einzutreten. Nach bestandener Staatsprüfung erhielt NIDDA ab dem 1. Februar 1837 eine erste Anstellung als Einfahrer zu Waldenburg in Niederschlesien, wo er dann weiter erst zum Obereinfahrer und endlich zum Mitglied des dortigen Bergamtes befördert wurde. 1841 nach Tarnowitz in Oberschlesien versetzt und 1843 zum Bergmeister daselbst ernannt, hatte NIDDA dort zuerst die Steinkohlenbergwerke und später den Metallbergbau als Betriebsleiter zu verwalten. In diesen Stellungen erwarb er sich als praktischer Bergmann um die Hebung der Montanindustrie große Verdienste. Schon 1850 erhielt er die hohe Stellung eines Bergamtsdirektors und Bergrats in Halberstadt und 1853 in Siegen, dann die eines Oberbergrates in Breslau und endlich mit dem 1. August 1854 eine Verwendung in der Bergwerksabteilung des Handelsministeriums in Berlin, wo er seit September 1854 als Geheimer Bergrat, dann als Geheimer Oberbergrat Dienst leistete und seit dem 23. Mai 1860 als Wirklicher Geheimer Oberbergrat und Ministerialdirektor an die Spitze des preußischen Montanwesens gestellt wurde.

Während der nächsten 20 Jahre widmete NIDDA seine unermüdliche Tätigkeit der Hebung des preußischen Montanwesens, das unter seiner Leitung großartig aufblühte. Seinem richtigen Verständnis und hohen Interessen für diesen Zweig ist es zu verdanken, dass dasselbe von den bis dahin hemmenden Fesseln staatlicher Bevormundung durch eine weise Gesetzgebung befreit und ihm eine selbständige freie Entwicklung ermöglicht wurde. NIDDA vereinigte in seltener Weise die Vorzüge eines einsichtsvollen umsichtigen Verwaltungsbeamten mit jenen eines erfahrungsreichen und geübten Praktikers. Dabei hatte er ein liebevolles Interesse für das Wohl der Arbeiter und Beamten, deren pensionierte Verhältnisse er durch vielfache Einrichtungen auszubessern bemüht war.

Nach nahezu 50-jähriger Dienstzeit trat NIDDA 1878 in den Ruhestand und wurde bei dieser Gelegenheit mit der Verleihung des roten Adlerordens I. Klasse mit Eichenlaub geehrt, nachdem ihm schon 1863 der Titel eines Oberberghauptmanns und 1873 der eines Wirklichen Geheimen Rates verliehen worden war. Viele in- und ausländische Orden bezeugten überdies die Anerkennung, welche man dem verdienstvollen Manne gern zollte.

Am 8. Februar 1885 erlag OTTO LUDWIG KRUG von NIDDA einem wiederholten Schlaganfall in Berlin..

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